Die Maus e.V. Staatarchiv Bremen

Emigration Bremer Bürger

Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Handelskammer und dem Staatsarchiv Bremen
Handelskammer Bremen

Auswanderung > Auswanderung > Emigration Bremer Bürger > Emigrationsscheine von 1552-1870

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Kündigung des Bürgerrechts und Erteilung von Emigrationsscheinen von 1552 - 1870

Inhalt und Aufbau der Datei

Die Datei erschließt die Akten des Staatsarchivs Bremen über die Kündigung des Bürgerrechts und die Erteilung von Emigrationsscheinen mit oder ohne Reservation des Bürgerrechts (Archivsignaturen 2-P.8.A.12.b.1. bis 3.).

Es handelt sich um die zentrale Überlieferung für die Auswanderung aus dem bremischen Staat für die Zeit von 1814 bis 1866, als die Bremer Emigrationsscheine beantragten, wenn sie förmlich aus dem Bürgerrecht ihrer Heimatstadt entlassen werden wollten. Sie enthält auch Vorgänge aus früheren Jahrhunderten (11 Vorgänge aus dem 16. – 18. Jahrhundert) und aus der Zeit von 1867 - 1870.

Die Akten zur Emigration enthalten nicht nur Auswanderungen nach Übersee und nach Ländern außerhalb des Deutschen Bundes, sondern zum großen Teil Umzüge in andere deutsche Staaten wie das Königreich Hannover, das Großherzogtum Oldenburg oder die Freie und Hansestadt Hamburg.

In die Datei aufgenommen sind die Antragsteller auf Emigrationskonsense und die in den Vorgängen genannten Angehörigen. Dabei handelt es sich nur zum Teil um Auswanderer, so wurden etwa die Anträge des öfteren nicht von den Auswanderern selbst, sondern von ihren Eltern oder Geschwistern gestellt, die weiter in Bremen lebten.

Die eigentlichen Auswanderer, die Emigrationskonsense beantragten oder für die solche beantragt wurden, sind daran zu erkennen, daß bei ihnen Herkunfts- und Zielort der Auswanderung, Angaben zum Bürgerrecht und das Antragsjahr genannt sind. Die übrigen Personen sind Angehörige, z.T. begleitende Familienmitglieder, zumeist aber zurückbleibende oder andernorts lebende oder auch schon verstorbene Angehörige. Verheiratete Frauen sind, soweit in der Quelle angegeben, sowohl unter ihrem Geburts- als auch unter ihrem Heiratsnamen aufgeführt. Der Zusammenhang der Familien und Gruppen wird durch Verknüpfung in der letzten Spalte deutlich gemacht.

Die Datei enthält die Zu- und Vornamen, bei den Auswanderern den Herkunftsort (Bremen oder eine bremische Landgemeinde) und den Zielort. Soweit in der Quelle angegeben, wird zu allen Personen der Beruf oder der Titel angegeben, nur bei den Auswanderern die bisherige Form und die Art der Aufgabe des Bürgerrechts sowie das Jahr der Antragstellung, das nicht immer mit dem Jahr der Auswanderung zusammenfällt. Unter Bemerkungen sind vor allem Angaben über die Herkunft, einen auswärtigen Wohnort oder der Name des Auswanderungsschiffs aufgenommen. Zu allen Personen ist die Signatur der Quelle und die "Bezugsperson" angegeben.

Die Bezugsperson, also der Auswanderer, bezeichnet zugleich den Namen des Vorgangs, unter dem die gesuchte Person im Staatsarchiv in der Quelle zu finden ist. Wird also Frans Herman Abbes gesucht, so ist er in der Akte 2-P.8.A.12.b.1.A im Vorgang G. Abbes zu finden, wird Dorothea Catharina Albers gesucht, so ist sie unter 2-P.8.A.12.b.2.M im Vorgang H.A. Mattfeld zu finden.

Die Datei enthält 2571 Datensätze.

Abkürzungen


An		Anerkennung
Aufg		Aufgabe
BR		Bürgerrecht
BRA		Bürgerrecht der Altstadt
BRN		Bürgerrecht der Neustadt
BRV		Bürgerrecht der Vorstadt
E		Emigrationsschein
Kon		Konservierung (Beibehaltung)
mH		mit Handlungsfreiheit
oH		ohne Handlungsfreiheit
Prol		Prolongation (Verlängerung)
Reno		Renovation (Erneuerung)
Reserv		Reservierung
Rest		Restitution (Wiederzuerkennung)
Sch		Schenkung
Verl		Verleihung
Entstehung der Datei

Die Akten über die Kündigung des Bürgerrechts und die Erteilung von Emigrationskonsensen wurden 1978 von der Werkstudentin des Staatsarchivs Bremen Gerlinde Wurzler unter Leitung von Karl Schulz in einer Zettelkartei ausgewertet. Die alphabetische Namenkartei wurde 1999 von Karl Wesling, Mitglied der "Maus", in eine Excel - Datei umgesetzt und zur Benutzung im Computer und als alphabetisch geordneter Ausdruck eingerichtet. Unklarheiten, die sich bei der Übertragung der Daten ergaben, wurden durch Überprüfung am Archivbestand beseitigt und fehlende Angaben ergänzt.

Ergänzende Quellen

Die Überlieferung zur Auswanderung und zu den Umzügen aus dem bremischen Staatsgebiet für die Zeit bis 1811 findet sich vorwiegend in den Akten über den Abschoß, der bis dahin von den Fortziehenden zu zahlen war (siehe Verzeichnis 2-R.2.B.3., erfaßt in der Datei „Einnahme von Abzugsgeldern“). Zwischen 1811 und 1814, als Bremen dem französischen Kaiserreich einverleibt war, herrschten besondere Gesetze (siehe 6,2-F.2.a.II.5.).

1867 trat an die Stelle der Emigrationskonsense die Entlassung aus dem Staatsverband, hierzu existieren besondere Vorgänge (bis 1902), die ebenfalls durch EDV erschlossen sind (2-P.8.A.12.b.4., Datei „Entlassungen aus dem bremischen Staatsverband“).

Für die Auswanderung aus Vegesack und Bremerhaven sind im Staatsarchiv besondere Aktengruppen vorhanden, die hier nicht erfaßt sind, nämlich Emigrationskonsense (2-P.13-232 Vegesack 1838-1869 und 2-Q.9-461 Bremerhaven 1855-1870, Dateien „Kündigung des Bürgerrechts“ für Vegesack und Bremerhaven) und Entlassungen aus dem Staatsverband (4,19-29 Vegesack 1867-1920 und 4,20-44 Bremerhaven 1871-1939).

Zu vergleichen sind ferner die Akten über Restitution (Wiederherstellung nach Rückkehr) und Prolongation (Aufrechterhaltung bei Auslandsaufenthalt) des Bürgerrechts (siehe 2-P.8.A.10.c.4. bis 7. und 2-P.8.A.9.b.).

Da die Emigrationsscheine das Bürgerrecht zur Voraussetzung haben, aber nicht alle Bremer Einwohner das Bürgerrecht besaßen oder die förmliche Entlassung beantragten (nach einer gewissen Frist der Abwesenheit erlosch das Bürgerrecht automatisch), kann diese Überlieferung die Auswanderung aus Bremen nicht vollständig erfassen. Hinzu kommt, daß ein Teil der Auswanderer Bremen heimlich verließ, besonders diejenigen, die sich der Militärpflicht entziehen wollten. Zur Auswanderung der Wehrpflichtigen gibt es besondere Unterlagen (vor allem 2-P.8.A.12.c. bis e.).

Für die Zeit seit 1862 können für die Ermittlung von Reisen ins Ausland bis 1921 (und damit auch von Auswanderungen) zusätzlich die Paßregister herangezogen werden (4,14/3- 61 bis 109), die in Jahres- bzw. Zweijahresbänden vor allem Reisende aus Bremen verzeichnen. Aus Vegesack liegt ein Paßregister für 1924 – 1935 vor (4,14/3-110).

Eine umfassende Aufstellung der Quellen des Staatsarchivs und des Archivs der Handelskammer Bremen zur Auswanderung enthält die Veröffentlichung aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen Bd. 53 (1986): Inventar der Quellen zur Geschichte der Wanderungen, besonders der Auswanderung, in Bremer Archiven, bearb. von Peter Marschalck.

Bremen, im Januar/Juni 2000

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