Die Maus e.V. Staatarchiv Bremen

Emigration Bremer Bürger

Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Handelskammer und dem Staatsarchiv Bremen
Handelskammer Bremen

Auswanderung > Auswanderung > Emigration Bremer Bürger > Entlassungen aus dem bremischen Staatsverband 1866–1887 und 1892–1902

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Entlassungen aus dem bremischen Staatsverband
(Bremer Auswanderer) 1866 – 1887 und 1892 – 1902

Inhalt und Grundlage der Datenbank

Die Datenbank erschließt die Akten der Polizeidirektion Bremen über Entlassungen aus dem bremischen Staatsverband, die sich im Staatsarchiv Bremen befanden und z.T. noch befinden (Archivsignatur 2-P.8.A.12.b.4.). Sie betrifft nur bremische Staatsangehörige aus der Stadt Bremen und dem bremischen Landgebiet, also auch nicht aus Vegesack und Bremerhaven.

Nach dem Beitritt Bremens zum Norddeutschen Bund 1867 traten im Staatsangehörigkeitsrecht wesentliche Änderungen ein. An die Stelle der Kündigung des Bürgerrechts und der Beantragung von Emigrationsscheinen, wenn man den Bremer Staat auf Dauer verlassen wollte, trat der Antrag auf Entlassung aus dem Staatsverband. Dieser war aber nur dann noch erforderlich, wenn der Staatsangehörige auch den Norddeutschen Bund bzw. (seit 1871) das Deutsche Reich verlassen wollte. Waren vorher auch Umzüge in die Umgebung Bremens konsenspflichtig, so waren es jetzt nur noch Auswanderungen in das Ausland. Aber auch dafür konnten Anträge unterbleiben, da nach zehnjährigem Aufenthalt im Ausland die deutsche Staatsangehörigkeit von selbst erlosch.

Die Vorgänge der Polizeidirektion in Bremen über diese Entlassungen aus dem Staatsverband reichten von 1866 – 1902. Davon ist nur ein Teil erhalten, nämlich die Vorgänge von Juni 1874 – Februar 1875, September 1876 – Dezember 1878, März 1880 – Februar 1887 und von Januar 1894 – Oktober 1902. Die Vorgänge waren von 1 – 2300 durchnummeriert. Erhalten sind die Nummern 603 – 633, 709 – 778, 816 – 999, 1003 – 1495, 2001 – 2300. Dazu kommen einige weitere Nummern, die nicht bzw. nicht mehr belegt sind, so daß von den ehemals 2300 Vorgängen etwa 1250 fehlen.

Von den fehlenden Vorgängen war ein großer Teil vor dem 2. Weltkrieg im Staatsarchiv noch vorhanden. In den 30er Jahren erstellte Kapitän G. Wehner von der „Maus“ ein alphabetisches Verzeichnis für die Nummern 1 – 1495, von denen damals nur etwa 50 Nummern fehlten, während heute kaum mehr als die Hälfte der Nummern vorhanden ist. Deshalb muß das Verzeichnis von Kapitän Wehner heute besonders für die Jahre 1866 – 1874 und für 1879 die verlorene Original-Überlieferung ersetzen.

Die Datenbank gründet sich für die Jahre 1866 – 1887 auf das Verzeichnis aus der Vorkriegszeit. Überprüfungen und Ergänzungen konnten nur dort vorgenommen werden, wo die Originalüberlieferung noch vorhanden ist. Für die Jahre 1892 – 1902 sind die Daten hingegen mit größerer Vollständigkeit aus den Originalvorgängen neu erhoben.

 

Aufbau der Datenbank

Die Datenbank ist entsprechend der unterschiedlichen Erhebungsform zweigeteilt,
der 1. Teil für 1866 – 1887,
der 2. Teil für 1892 – 1902.
Im 1. Teil sind nur die Namen der eigentlichen Auswanderer, für die der Antrag gestellt ist, nicht die in den Anträgen mitgenannten Angehörigen aufgenommen.

Als Herkunftsort ist im 1. Teil stets Bremen eingesetzt, obwohl auch Einwohner aus bremischen Landgemeinden darunter sein können. Nicht zu erwarten sind hier Einwohner aus Vegesack oder Bremerhaven, da sie die Entlassung nicht bei der Polizeidirektion, sondern beim Amt Vegesack bzw. Bremerhaven beantragten. Im 2. Teil beruht die Angabe des Herkunftsorts (stets Bremen) auf Erhebung. Ist kein Herkunftsort angegeben, handelt es sich entweder um nicht ausgewanderte Angehörige oder um Vorgänge, auf die nur verwiesen wird.

Die Zielorte waren in der Grundlage für den 1. Teil nicht immer angegeben, soweit möglich wurden sie hier aus den Vorgängen über die Entlassung in den Staatsverband ergänzt. Für den 2. Teil sind sie vollständig erhoben.

Die Berufe der Auswanderer sind im 1. Teil nur zum Teil berücksichtigt, im 2. Teil sind sie für die Hauptbetroffenen vollständig erhoben.

Die Zeit des Antrags fällt nicht immer mit dem Auswanderungsjahr zusammen, gelegentlich wurde die Auswanderungsabsicht gar nicht ausgeführt, was dann in den Bemerkungen angegeben ist.

Unter Bemerkungen sind im 2. Teil auch Geburtsdatum und –ort des Auswanderers vermerkt, ggf. auch das Auswanderungsschiff. Angegeben sind hier auch Verwandtschaftsverhältnisse zu miterfassten Angehörigen und Namensänderungen. Die mitgenannten Angehörigen sind mit dem Hauptbetroffenen (meist der Antragsteller) über die Spalte Bezugsperson verknüpft.

Einige Vorgänge bestehen nur aus Verweisen auf Akten über die Aufnahme in den Staatsverband. In diesen Fällen ist unter Bemerkungen Natural(isations-)Akte (oder Bürgerrechtsakte) mit Nummer und Jahrgang (oder mit Tagesdatum) angegeben. Wenn ein Bürger eine ausländische Staatsangehörigkeit erworben hatte, und nach Bremen dauerhaft zurückkehrte, wurde er naturalisiert. Es handelt sich also um einen Rückwanderer. Sein Auswanderungsvorgang wurde dann der Naturalisations- oder (Wieder-)Aufnahmeakte zugefügt und kann unter 2-P.8.A.6.a.5. und der angegebenen Nummer aufgefunden werden.

Als Quelle ist generell 2-P.8.A.12.b.4. mit der Nummer des Bandes und des Vorgangs angegeben, jedoch sind alle mit * versehenen Nummern im 1. Teil nicht mehr vorhanden und nur durch das Verzeichnis von Wehner erschlossen.

 

Entstehung der Datenbank

Das alphabetische Verzeichnis von Kapitän Wehner für die Jahre 1866 – 1887 entstand in den 30er Jahren maschinenschriftlich auf vollständigerer Quellengrundlage, als es heute möglich wäre. Die Vorgänge aus den Jahren 1892 – 1902 wurden 1999 von Frau U. von Reinken, Miglied der „Maus“, erschlossen. Aus der Kartei wurde 1999 – 2000 von Herrn Karl Wesling, Mitglied der „Maus“ eine Excel - Datei erstellt und zur Benutzung sowohl im Computer als auch als alphabetisch geordneter Ausdruck eingerichtet. Herr Wesling ergänzte auch fehlende Angaben für den 1. Teil, insbesondere bei den Zielorten.

 Die Datei enthält 2105 Datensätze

Ergänzende Quellen

Ältere Vorgänge zur Auswanderung von Bremer Bürgern finden sich in der Datenbank Kündigung des Bürgerrechts und Erteilung von Emigrationsscheinen von 1552-1870
Dort finden sich in der Einleitung auch weitere Hinweise auf ergänzende Quellen.

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