Die Maus e.V. Staatarchiv Bremen

Bremer Passagierlisten

Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Handelskammer und dem Staatsarchiv Bremen
Handelskammer Bremen

Auswanderung > Passagierlisten

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Die "Verordnung wegen der Auswanderer mit hiesigen oder fremden Schiffen" vom 1. Oktober 1832 war das erste staatliche Gesetz in Deutschland zum Schutz der Auswanderer. Es sah unter anderem das Führen von Passagierlisten vor.

Das 1851 durch die Handelskammer Bremen gegründete "Nachweisungsbureau für Auswanderer" trug wesentlich zur Verbesserung der Aufenthalts- und Beförderungsbedingungen bei. Hier hatten die Kapitäne ihre Passagierlisten einzureichen.

Im Jahre 1875 erklärte die Bremer Behörde für das Auswanderungswesen ihr Einverständnis mit der Vernichtung der Passagierlisten bis auf die der letzten drei Jahre. Dies geschah wegen Raummangels im Archiv und wurde bis 1907 so durchgeführt.

Namenslisten von Auswanderern, die die Polizeidirektion seit 1898 angelegt hatte und die Listen des Nachweisungsbüros ab Oktober 1905 fielen einem Bombenangriff im II.Weltkrieg zum Opfer.

Im Archiv der Handelskammer Bremen befinden sich heute 3017 von ursprünglich mehr als 4500 Passagierlisten aus den Jahren 1920 bis 1939. Im Jahre 1942 waren diese Listen zusammen mit anderen Archivalien zu ihrem Schutz in ein Salzbergwerk in Bernburg an der Saale ausgelagert worden. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs gelangten sie in sowjetischen Besitz und wurden in Moskauer Archive gebracht.

Erst in den Jahren 1987 und 1990 gelangte diese Teilmenge zusammen mit den übrigen Archivalien wieder in das Archiv der Handelskammer.

Eine Vereinbarung mit der Handelskammer Bremen vom Juli 1999 ermöglichte es einer Gruppe von engagierten Familienforschern, den "Aus-Wanderer-Mäusen", diese Listen zu erfassen und in diesem Datenbanksystem zur Verfügung zu stellen.

Listen von 1907/08 und 1913/14 wurden 1941 dem Deutschen Auslands-Institut in Stuttgart zu statistischen Auswertungen zur Verfügung gestellt. Der erhalten gebliebene Teil dieser Listen sowie eine Zettelkartei der Auswertungen lagerten im Bundesarchiv Koblenz und wurden 2007 an das Staatsarchiv Bremen zurückgegeben. Auch dieser Datenbestand wurde erfasst.

An- und Rückfragen zu den Passagierlisten werden durch kwesling(at)gmx.de beantwortet.

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